Auf Austauschtour in Israel

Seit 2008 besteht zwischen der Gesamtschule Weilerswist und der Max Rayne Hand in Hand-Schule Jerusalem eine Schulpartnerschaft. Zum dritten Mal besucht nun eine 16-köpfige Schülergruppe unter Leitung von Frau Gardthausen und Herrn Lehmacher-Höltge vom 24.3. bis 1.4.2014 die Partnerschule in Jerusalem. Bei der Ankunft am Montagabend wurden sie von ihren Gastgebern freudig begrüßt, kannte man sich doch schon vom Besuch der Israelis in Weilerswist im Frühjahr 2013.

Am Dienstag, 25.3. stand dann ein intensiver Workshoptag in der Schule an. Nach einem gemeinsamen Frühstück, das durch jüdische, moslemische und christliche Gebete eröffnet wurde, galt es erstmal in einem Theaterworkshop Kommunikationshindernisse zu beseitigen und die Gruppen zu durchmischen. Entspannter ging es bei der anschließenden musikalischen Reise durch Occident und Orient zu, die von zwei israelischen Kollegen mit ihren Schülern vorbereitet worden war. Die abschließende Betätigung mit Fingerfarben und gemeinsame kreative Produktion von Kunstwerken rundete den 1. Schultag ab und ließ Anflüge von Heimweh schnell vergessen.

 

Ganz im Zeichen der Erinnerung an den Holocaust stand dann der Mittwoch, 26.3.. Nach einem Einführungsworkshop in der Schule besuchte die Gruppe die Gedenkstätte Yad Vashem und wurde in einer Führung durch das Holocaustmuseum und über das Gelände mit den Schrecken der Judenverfolgung in der Nazizeit konfrontiert. Dabei stand nicht der erhobene Zeigefinger im Mittelpunkt sondern die Erfahrung der Schicksale jüdischer Menschen und die Erkenntnis der Notwendigkeit aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen (Zukunft braucht Erinnerung = Motto des diesjährigen Austauschs). Am Beispiel der „Gerechten der Völker“ (u.a. Oskar Schindler und Janusz Korczak) erfuhren die Schüler und Schülerinnen hautnah, was bei entsprechender Zivilcourage auch in dieser Zeit geleistet werden konnte.

Donnerstag, 27.03.2014

Der heutige Tag stand unter dem Motto „Wir erkunden die Altstadt von Jerusalem“. Wie jeden Morgen trafen wir uns um 08:15 Uhr in der Schule, genauer gesagt in der Bibliothek. Zunächst stimmten uns einige Vorträge der SchülerInnen auf das ein, was uns heute erwartete. So informierte uns Louis Voß (10.1) über die Altstadt; Dank an seinen Gastvater, er konnte den Vortrag noch um viele Details ergänzen. Per öffentlichem Nahverkehr (hier: Bus) bewegten wir uns von der Schule in Richtung Innenstadt. Ein ums andere Mal mussten wir uns als Gruppe in den ohnehin schon vollen Bus zwängen.

Am Jaffator trafen wir unsere Stadtführerin Jakubine, eine Schüler-Mutter von der Max Rayne Schule, die uns zunächst über den Südteil der Stadtmauer führte; ihre Informationen präsentierte sie in englischer Sprache. Vorbei am Armenischen Viertel ging es Richtung Zionstor. Dort wieder hinabgestiegen war das  Davidsgrab und der Raum des letzten Abendmahls unser nächster Anlaufpunkt.

Anschließend bewegten wir uns durch das Getümmel im Jüdischen Viertel. Zu sehen waren die Überreste des freigelegten Cardo – eine aus byzantinisch-römischer Zeit stammende Nord-Süd Hauptachse durch die Stadt. Vor uns lag nun die Klagemauer, der einzig erhaltene Überrest des jüdischen Tempels. Die Klagemauer ist das höchste Symbol der Einheit des jüdischen Volkes und heiligste Stätte des Judentums. Jeder darf an die Klagemauer herantreten und ein Bitt- oder Danksagungszettel in die löchrigen Mauerfugen stecken; diese Möglichkeit nutzten einige von uns – streng getrennt nach Geschlecht, die Frauen auf der rechten Seite, die Männer auf der linken Seite der Mauer. Außerdem waren die Rituale einiger Bar Mitzwa Feiern zu beobachten; dieses Fest entspricht der Konfirmation der Jungen im Alter von 13 Jahren.

Den Tempelberg samt AlAqsa Moschee besichtigten wir nicht; beim einzigen Zugang hatte sich eine Warteschlange von ca. 2,5 Std. gebildet.

Auf unserem Weg zur Grabeskirche durchquerten wir das Muslimische Viertel. Per Zufall betraten wir ein gerade im Wiederaufbau befindliches orientalisches Badehaus, ein Hamam – angenehm kühl und eher feucht war es in den Räumlichkeiten. Hier ergab sich die Möglichkeit weitere Referate zu hören.

Über die Grabeskirche berichtete uns Marie Winkels (9.3), den Felsendom stellte uns Niklas Neumann (9.2) vor und der Tempelberg wurden uns von Jonas Müller (8.2) näher gebracht. Die Referate schloss Max Breimaier (10.1) zur AlAqsa Moschee ab.

Weiter ging es in das Christliche Viertel zur Grabeskirche. Sie gilt als höchstes Heiligtum diverser christlicher Konfessionen. Besonders verehrt wird die Stelle, wo Jesus gekreuzigt wurde, aber auch das Grab Christi soll angeblich an dieser Stelle sein.

Jetzt wurde es richtig eng – im Arabischen Viertel schoben wir uns durch die engen Gassen des arabischen Basars. Hier decken sich die Einheimischen zum Teil mit Lebensmitteln und Kleidung ein. Bei all den vielen bunten Farben und der arabischen Duftgemengelage wusste man gar nicht wohin man seine Sinne richten sollte.

Am Damaskustor verließen wir die Altstadt, um außerhalb an der Stadtmauer zurück zum Jaffator zu gelangen. Natürlich ging es per Bus wieder in  die Schule, wo die Gastgeberkinder-/eltern uns schon erwarteten.

 

Freitag, 28.03.2014

Die Lehrer und SchülerInnen haben heute frei – eigentlich -  aber heute ist der monatliche Community Day - vorstellbar wie ein Tag der offenen Tür. Alle konnten dennoch ausschlafen, denn das Programm begann erst um 11:00 Uhr. Eingeladen war die Schulgemeinde, aber auch alle Nachbarn der Umgebung. Auf dem Schulhof herrschte ein munteres Treiben; im Angebot waren leckere Speisen (meist orientalischer Prägung). Kunsthandwerker hatten ihre Stände aufgebaut und boten ihre Produkte zum Verkauf an. Die musikalische Umrahmung wurde zum Teil von Musiklehrern der Schule übernommen. Viele deutsche SchülerInnen waren anwesend, weil ihre israelischen Gasteltern Stände betreuten. Ein gute Möglichkeit für uns Lehrer sich mit den Gasteltern auszutauschen; diese waren uneingeschränkt des Lobes über ihre Gastkinder. Auffallend war die freundliche und offene Art des Umgangs miteinander. So bot sich die Gelegenheit zu guten Gesprächen!

 

Samstag, 29.03.2014 

Schulfrei - die Gastfamilien gestalteten individuell das Programm für unsere Schüler, z.B. Ausflüge nach Tel Aviv oder Bethlehem.

 

Sonntag, 30.04.2014

Am Sonntag, in Israel ein normaler Arbeitstag, stand ein ganztägiger Ausflug mit unserer Führerin Jakubine zur Wüstenfestung Masada und ans Tote Meer auf dem Programm. Bereits wenige Kilometer außerhalb von Jerusalem beginnt die Judäische Wüste im Regenschatten der Berge von Jerusalem. Bei einem ersten Stopp am Wadi Qelt mit einem wunderbaren Ausblick auf das griechisch-orthodoxe Kloster St. Georg und die umliegende Gebirgswüste konnten wir bei aufdringlichen beduinischen Händlern das Handeln und Feilschen nach orientalischer Art üben. Weiter ging es durchs Westjordanland an der palästinensischen Stadt Jericho und den Höhlen von Qmram vorbei zum Eingang des Naturschutzgebiets En Gedi. Leider fehlte die Zeit zur Besichtigung dieser wasserreichen Oase, in der sich der bibliche David vor seinem Widersacher König Saul versteckte. Immerhin gelang uns ein kurzer Blick auf die dort freilebenden Steinböcke.

Gut vorbereitet durch entsprechende Schülervorträge erreichten wir dann die Wüstenfestung Masada am Rand des Toten Meers. Aufgrund der Höhenlage (-420m) und damit ca. 12° wärmeren Temperatur als im 800m hoch gelegenen Jerusalem nahmen wir zum Aufstieg (ca. 400 Höhenmeter) nicht den Fußweg sondern die Seilbahn. Vom Plateau dieses befestigten Tafelbergs hatten wir nicht nur einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegende Wüste und das Tote Meer, auch die hier befindlichen archäologischen Relikte wollten erkundet werden. Bereits vor der Zeit von König Herodes befand sich hier eine Festung, die dieser umfassend ausbaute und sich hier einen Palast errichtete. Im jüdischen Aufstand gegen die Römerherrschaft konnte hier am längsten gegen die römische Übermacht Widerstand geleistet werden. Als die Römer nach langer Belagerung die Festung dann mit Hilfe einer aufgeschütteten Rampe eroberten, fanden sie nur noch sieben Überlebende und die Leichen von 960 Männern, Frauen und Kindern vor, die kollektiven Selbstmord begangen hatten um dem Los der Sklaverei zu entgehen. Diese Tat gilt für die israelischen Juden als Symbol des jüdischen Freiheitswillens.

So versehen mit vielen neuen Eindrücken und Wissen durfte natürlich ein spaßbetonter Programmpunkt nicht fehlen. Den hatte die Gruppe dann beim Baden im Toten Meer, wo unter Nutzung des hohen Salzgehalts das Zeitunglesen im Wasser und die besondere Heilkraft des Schlamms erprobt wurden, bis wir gegen 17.15h die Rückfahrt nach Jerusalem antreten mussten.

Montag, 31.3.2014

Bericht folgt noch.

 

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