Dalton

 

Mehr als eine Methode

Die Gesamtschule Weilerswist ist seit dem Schuljahr 2016-17 Daltonschule. Die von Helen Parkhurst (1886-1973) entwickelte Daltonpädagogik geht von der Erkenntnis aus, dass nachhaltiges und erfolgreiches Lernen ein selbst bestimmter und selbst verantworteter Vorgang ist. Es geht um mehr als um ein Lernkonzept. Helen Parkhurst: „Dalton is no method, no system, it´s a way of life!” Die Daltonpädagogik stellt die Lernenden und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Daraus ergeben sich unmittelbar Konsequenzen für Schule und Unterricht.

(Die Bezeichnung „Dalton“ rührt daher, dass Helen Parkhurst ihren Laboratory-Plan, wie sie ihn genannt hat, 1920 zum ersten Mal in der Public-High-School in Dalton, Massachusetts, USA, einführte - so kommt es zu der weltweit bekannten Bezeichnung „Daltonplan“.)

 

Die Dalton-Idee in der Praxis

Die entscheidende Voraussetzung ist die Aufteilung der Unterrichtszeit. Zwei Drittel dieser Zeit findet Fachunterricht statt, ein Drittel wird als selbständige, aber begleitete Lernzeit organisiert. Was bedeutet das konkret?

In jedem nach dem Daltonprinzip unterrichteten Fach liegt den Lernenden ein von der Fachlehrkraft erstellter Lernplan für fünf Wochen vor. Auf das Schuljahr bezogen sind das acht Lernpläne. Die Unterrichtenden, die Lernenden und deren Erziehungsberechtigte wissen so, wie sich der zu behandelnde Stoff auf diese Zeit verteilt, was davon im Fachunterricht behandelt wird und was in der Daltonstunde, der selbständigen Lernzeit.

In den Daltonstunden (erste und vierte Stunde im Vormittag) haben die Lernenden die Freiheit,

  • das Fach, dessen Lernplan sie bearbeiten wollen,
  • den Raum, in dem sie das tun wollen und damit
  • die Lehrkraft, die diesem Raum zugeordnet ist

zu wählen. An diese Form des selbständigen Lernens werden sie ab der Jahrgangsstufe 5 behutsam herangeführt. Sie lernen, Verantwortung für den eigenen Lernprozess und dessen Gestaltung zu übernehmen. Sie werden selbständige Menschen, die den Herausforderungen von Ausbildung, Studium und Beruf gewachsen sind. Sie entwickeln eine Persönlichkeit, für die lebenslanges nachhaltiges Lernen selbstverständlich wird.

Die Unterrichtenden sind ihre Lernbegleiter. Sie geben weiterhin Inhalte und Methoden vor, stellen anregende Lernumgebungen bereit und beziehen das selbständig Erarbeitete und Gelernte in ihren Fachunterricht ein. Lernende, die noch Übung und Erfahrung brauchen im Umgang mit der ihnen gegebenen Freiheit und Selbständigkeit, begleiten sie gezielt in fachgebundenen Lernzeiten innerhalb der Daltonzeit.

Begleitet wird das Lernen auch durch den Dalton-Planer. Für das ganze Schuljahr dokumentieren die Lernenden darin, woran sie in den Daltonstunden gearbeitet haben. So wächst ihr eigenes Portfolio, entsteht Transparenz im Hinblick auf den Lernprozess für die Lernenden, die Lehrenden und die Erziehungsberechtigten. Zugleich bietet der Dalton-Planer die Möglichkeit zur schnellen Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus und kann Gesprächsgrundlage sein am Eltern- und Schülersprechtag oder zu anderen Beratungsanlässen. Darüber hinaus bietet der Dalton-Planer alles Wissenswerte rund um die Schule, ihre Regeln, Abläufe und Zuständigkeiten.

 

Dalton entwickeln

So wie sich Schule immer weiter entwickelt, so entwickelt sich auch das pädagogische Konzept einer Daltonschule weiter. So heißt es zu Recht auf der Homepage der Dalton Vereinigung Deutschland e. V., deren Mitglied wir sind: „Der Daltonplan kann nicht als starres Unterrichtskonzept oder Organisationsform gesehen werden, sondern ist eine sehr flexible, offene und ständig in Wandlung begriffene Form des persönlichen und gemeinschaftlichen Lernens. Die Wahlfreiheit und das Prinzip der Selbsttätigkeit bringen es mit sich, dass die Daltonschulen untereinander ziemlich verschieden sein können. Diese Verschiedenheit kann, so paradox es klingen mag, ein Charakteristikum der Daltonplanpädagogik sein. Daltonunterricht stellt sich nicht nur Bildungsaufgaben, sondern auch dem demokratischen Erziehungsauftrag. Bildung und demokratische Erziehung verstehen sich als interaktive Prozesse.“

 

 

 

 

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