Der doofe Teufel

Dem Teufel das Gehirn verkauft

 

 

Der professionelle Märchenerzähler Johann von Duisdorf (gespielt von Niklas Liebertz und Sebastian Weber) ist der Autor zahlreicher moderner Märchen, welche er vor seinem Publikum gerne live vorträgt. Er kommt aus der Küche mit einem Kaffee in der Hand. Auf dem Schreibtisch liegt sein neues Manuskript – ein modernes Märchen mit dem Titel „Der doofe Teufel“. Er setzt sich hin und formuliert am Ende des Buches laut die letzten Zeilen des Textes. … “und Gonzales lebte glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende auf der…“ Doch dann stellt er fest, dass er spoilert, und beschließt, die Geschichte von Gonzales der Reihe nach zu erzählen.

 

So beginnt die bunte Parodie auf literarische Genres und Mythen, das der Literaturkurs 12 in der vergangenen Woche auf die Bühne des Forums brachte und das Publikum mit viel Spaß und Selbstironie begeisterte. Der Teufel (Ruben Mühlegger, Fatih Yasar), mit Namen Harald, da er vermeintlich zu blöd ist um sich den Namen Mephistopheles zu merken, eignet sich auf Geheiß seiner bösen Familie das Gehirn des intelligenten Babys Gonzales an. Dessen Eltern (David Kohlhaas und Karlotta Werker), die sich den Alltag mit Flaschensammeln und Boxen vertreiben, sind froh über das ihnen angebotene Geld und lassen dem Schicksal seinen Lauf.

 

Als Gonzales (Lotte Maluche/Sabrina Nöthen) 18 ist, wird ihm klar, warum er so „hirnlos“ ist und macht sich mit der Hilfe seiner guten, aber gelangweilten Fee Lupine (Michelle Zimmermann) auf die Suche nach der Hölle („Ein Weg für alle“) um sich sein Gehirn zurückzuholen. Dabei reist er durch die Welt der Feen und Hexen und sogar die Familie Weihnachtsmann (die auch privat so ganz anders ist, als man sie sich vorgestellt hätte) kreuzt seinen Weg. Dem burnoutgeplagten Fanta Claus (Leon Toffolo) geht seine schrill Flöte spielende Tochter Sally (Isabell Kiel) schon lange auf die Nerven und so macht diese sich gemeinsam mit Lupine und Gonzalo auf den Weg in die Hölle, wo Mutter und Schwiegermuter Teufel (Paul Schlepphorst(!) und Mike Biermann(!)) sowie Gattin Isabella (Mareike Schnock) und Schwester Lisbeth (Helena von Danwitz) nicht nur ohne Unterlass den doofen Teufel mobben, sondern sich auch noch mit dem naiven Dienstmädchen Phoebe (Sabrina Messerschmidt) herumplagen müssen.

 

Johann von Duisdorf hat inzwischen Besuch bekommen, Stalkerin Sally (Alexa von der Recke) hat ihn als verkappter Pizza-Bote aufgespürt und mischt sich nicht nur rasant in Johanns Privatleben, sondern auch in seine Geschichte ein. Diese steuert gnadenlos auf das Happy-End zu: Mephistopheles stellt fest, dass ihm die gekauften Gehirne (sogar das von Regisseur Ronald Kosanke) deshalb nicht von Nutzen sind, da er sein eigenes beim Austausch nie herausgenommen hat und er sich daher immer mit Kopfschmerzen herumplagen musste. Froh über die Erkenntnis gibt er Gonzales sein Gehirn zurück und verlässt das Hotel Höllen-Mama, während Gonzales nun auch endlich die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen kann.

 

Das Ensemble (in weiteren Rollen: Justina Hildebrandt Johanna Sellge, Lisa Straube, Melina Markakos, Linda Treutler, Pia Schäfer, Anna-Lena Vieren), spielte mit sichtlichem Spaß am Komödiantischen mit viel Augenzwinkern vor einem wirkungsvollen Bühnenbild und erntete vom begeisterten Publikum jede Menge Applaus.

 

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