Struwwelpeter, Partychaos und diverse Leichen

Der DG-Kurs des 7. Jahrgangs präsentierte zum Abschluss des 2. Lernjahres seine erste richtige Bühnenproduktion, nämlich das Stück Struwwelpeter Reloaded, das mit der Frage spielte, ob das mehr als 170 Jahre alte Kinderbuch von Heinrich Hoffman, das dieser einst für seine Kinder verfasste, heutzutage noch aktuell ist.

In wochenlanger Vorbereitung hatten sie aus den alten Gedichten eine Bühnenfassung geschrieben und beispielsweise aus dem fliegenden Robert „Flying Uwe“ gemacht, der unbedingt auch bei Unwetterwarnung mit dem Motorrad fahren will, während der Suppenkaspar zur magersüchtigen GNTM-Kandidatin und der Daumenlutscher zum suchtkranken TV-Junkie umgewandelt wurde. Der ehemals „böse Friederich“ quälte als böser Kevin seine Mitschülerin mit Cyber-Mobbing und „Paulinchen war allein zu Haus“ und trinkt Alkohol hinter dem Norma. Die vormals „schwarzen Buben“ malträtieren so lange einen sehbehinderten Mitschüler, bis dessen Freundin sie mit Pfefferspray ebenfalls kurz erblinden lässt, der „Hans-Guck-in-die Luft“ wurde zu „Candy“ umfunktioniert, die ihren Blick nicht vom Handy abwenden kann und dadurch in einen großen Schlamassel gerät, und aus dem Zappelphilipp hatten sie eine „Zappeline“ mit ADHS gemacht, die ihren Schwestern das Leben nicht eben erleichtert.

Eingebettet waren diese Episoden in eine Rahmenhandlung: Die 64 1/2 -jährige Lehrerin Uschi Meyer-Hübendübel versucht kurz vor ihrem Ruhestand ihre „süßen Hasen“ an das Lieblingsbuch ihrer Kindheit heranzuführen – den Struwwelpeter. Die Klasse jedoch beweist ihr eindrucksvoll, dass man ja auch mal „was Altes“ lesen, dass dies aber durchaus auch alles einen Bezug zur Realität haben kann. Während das Geschehen dann immer wieder auf die Bühne mit den einzelnen Szenen fokussiert, gerät die Arme mehr und mehr in Verzweiflung, denn ihre Schülerinnen haben für jeden ollen Pott einen modernen Deckel, bis sie schließlich vom gleichen Arzt abgeholt wird, der auch für das magersüchtige Heidi-Klum-Groupie nur noch eine Therapie empfehlen kann.

„Das gibt es nicht in modeeeeeern!“, heult die Lehrerin (hervorragend gespielt von Mariella Shala) schließlich nur noch auf, nachdem die Klassensprecherin dem Publikum mitgeteilt hat, dass die Klasse nun wohl ihre Lehrerin geschrottet habe und das Publikum den letzten Akt alleine schaffen müsse.

Die DG-Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs lieferten eine herzerfrischende Parodie auf das alte Kinderbuch und hielten gleichwohl seinen etwas angestaubten Erziehungsauftrag schmunzelnd aufrecht. Zweimal konnten sie die Aula füllen; am Vormittag wurden die DG-Kurse der anderen Jahrgänge eingeladen, die mit hilfreichen Tipps aus der Theaterpraxis noch zum Feinschliff beitrugen,  am Nachmittag hatten die Schauspieler Eltern, Freunde und Verwandte eingeladen.

 

Ihr Abschlussstück hatten die Schülerinnen und Schüler des DG-Kurses 10 komplett selber geschrieben und im zurückliegenden Halbjahr geprobt. Darin ging es um eine Gruppe Jugendlicher, die in Abwesenheit ihrer Eltern deren Haus für eine Party nutzt, die komplett aus den Fugen gerät. Auch hier zeigten die Darsteller viel Herzblut und begeisterten das Publikum mit Spielwitz und Darstellungskraft.

 

 

Der Literatur -Kurs 12 schließlich hatte sich aufs Krimi-Genre verlegt und führte am 28.6.17 im vollbesetzten Forum die Krimikomödie "Oha, eine Leiche" auf. Das Publikum hatte sichtlich Spaß an den vielen bekannten Gestalten und der spannenden Frage: Wer ist die Leiche und wer hat sie eigentlich umgebracht? Auch die Schauspieler agierten mit viel Spaß und Engagement in ihren Rollen, so dass es ein rundum gelungener Abend war.

Wir machen Schule .... wir machen Theater... :-)

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