„Es ist normal verschieden zu sein“ – Richard von Weizsäcker  

 

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention 2008 hat sich die Bundesrepublik wie alle anderen Vertragsstaaten dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten. Damit soll das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen zum Regelfall werden. Eine Überweisung von Kindern und Jugendlichen bei der Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs auf Förderschulen soll gegen den Willen der Eltern nicht mehr möglich sein. Am 1. Dezember 2010 hat der nordrhein-westfälische Landtag nach langem Ringen fraktionsübergreifend einen Beschluss gefasst, der zeigt, dass es im bildungspolitischen Bereich auch breite parlamentarische Übereinstimmung geben kann. Der Beschluss „UN-Konvention zur Inklusion in der Schule umsetzen“ basiert auf einem Antrag der Regierungsfraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie der CDU-Fraktion. Damit positionierte sich der Gesetzgeber erstmals grundsätzlich zu der Frage, wie die seit März 2009 auch in der Bundesrepublik Deutschland geltende UN Behindertenrechtskonvention im nordrhein-westfälischen Schulsystem umzusetzen sei. „Kinder brauchen den Rechtsanspruch auf Inklusion“, heißt es in dem Beschluss, und „Die allgemeine Schule ist der Regelförderort. Eltern können weiterhin für ihr Kind eine Förderschule wählen.“   Dies sind nur wenige zentrale Sätze. Aber sie haben eine deutlich Auswirkung auch auf die Gesamtschule Weilerswist gehabt: Nachdem die Schulkonferenz im Februar 2012 beschloss, zum Schuljahr 2012/13 erstmals eine integrative Lerngruppe in der Jahrgangsstufe 5 einzurichten, haben wir uns von diesem Zeitpunkt an intensiv auf diese Aufgabe vorbereitet. Neben zwei Fortbildungen für das gesamte Kollegium hat die „Steuergruppe Inklusion“, der KollegInnen aus vielen verschiedenen Jahrgangsteams angehören, ganz konkret an der Ausgestaltung des Schulalltags gearbeitet. Geholfen haben uns dabei auch die Erfahrungen anderer Gesamtschulen, die bereits seit vielen Jahren Erfahrungen im Bereich von „GU“ haben.  

 

„Inklusion bedeutet Veränderung in einem nicht endenden Prozess von gesteigertem Lernen und zunehmender Teilhabe aller SchülerInnen. Es ist ein Ideal, nach dem Schulen streben können, das aber nie vollständig erreicht wird. Jedoch wird inklusive Qualität spürbar, sobald die Absicht greift, die Teilhabe für alle Mitglieder einer Schulgemeinschaft zu steigern. Eine inklusive Schule ist eine Schule in Bewegung!“*    

 

Eine der fünf Klassen des neuen fünften Jahrgangs ist nun eine „i“-Klasse, in der auch einige Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet werden. In dieser Klasse gibt es kein Klassenlehrerpaar, sondern ein Trio, das sich um die Belange aller Kinder dieser Klasse kümmert. Das ist uns besonders wichtig: Es soll ein ganz normales Miteinander sein, denn alle Kinder haben ihre Stärken und Schwächen, mit denen es konstruktiv umzugehen gilt. Seit langem weiß man, dass sich das inklusive Arbeiten für die Förderkinder positiv auswirkt, und zwar ohne dass damit Leistungsnachteile für die SchülerInnen ohne Förderbedarf verbunden wären.   Wir sehen dem Neuen erwartungsvoll, aber durchaus gelassen entgegen: Denn schon immer galt für uns die Devise „Gesamtschule Weilerswist – ein Weg für alle“! 

 

*Index für Inklusion – Lernen und Teilhabe in Schulen der Vielfalt entwickeln, Hrsg. Boban, Hinz, 2003

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